Verkehrschaos in Düsseldorf​

Taxis sollen Heinrich-Heine-Allee nur noch bei Bedarf anfahren​

Das Verkehrschaos am Tor zur Düsseldorfer Altstadt ist groß. Damit sich die Situation entspannt, will ein Taxi-Anbieter der Stadt ein neues Konzept vorlegen.​

Taxis warten in der Altstadt auf Kunden. Foto: Andreas Endermann

Von Verena Kensbock​

Düsseldorf Die Heinrich-Heine-Allee wird an Wochenenden regelmäßig zu einem verstopften Verkehrsknoten. Opern-Besucher brauchen Stunden, um das Parkhaus zu verlassen, und Einsatzwagen von Polizei und Feuerwehr haben kaum Durchkommen – und ein Teil des Problems sind aus der Sicht vieler die Taxis, die am Tor zur Altstadt auf Kundschaft warten. Nun gibt es gleich zwei Ansätze, die ineinandergreifen und eine Entschärfung schaffen sollen.​

Zum einen kündigt Michael Mühlin, Chef des Anbieters Rhein-Taxi, ein neues Konzept an, das er im Laufe der kommenden zwei Wochen der Stadt vorlegen werde. Dieses sieht vor, dass Taxis die Heinrich-Heine-Allee nur noch bei Bedarf anfahren sollen, statt dort auf Kundschaft zu warten und dabei die Straße zu blockieren. Bei den Details hält sich Mühlin noch bedeckt, doch das Ziel ist klar: Die Verkehrslast auf der Straße reduzieren. Das setze zwar Investitionen voraus, sagt Mühlin, die notwendige Technik müsse in den Taxis und den Zentralen installiert werden, doch es würde sich auch für die Anbieter lohnen.​

Dazu passt, was Verkehrsdezernent Jochen Kral als weiteren Ansatz angekündigt hat: Der Taxistand soll nach dem Umbau des Heinrich-Heine-Platzes an den Corneliusplatz ziehen. Die Verlegung steht schon seit längerer Zeit im Raum und hatte zunächst für Protest unter den Taxifahrern gesorgt. Die Wege seien für Altstadt-Besucher zu weit, hatte Dennis Klusmeier, Chef der Taxi-Innung, kritisiert. Das klingt nun ganz anders. Nach aktuellem Stand sollen die Wagen zwar am Corneliusplatz warten, diesen aber über die Elberfelder Straße verlassen und die Fahrgäste weiterhin an der Heine-Allee einsammeln können. Diesen Plan hält auch Klusmeier für eine „gute Alternative“.​

An einer Lösung seien alle Taxi-Betreiber interessiert, betont Erol Norman, Chef von Taxi-Ruf. „Dieser Zustand ist auch für uns problematisch.“ So komme es jede Woche zu kleineren Zusammenstößen und Blechschäden bei den Taxis an der Heine-Allee, die sich dort aneinanderreihen und um Kundschaft bemühen, berichtet Norman. Auch für die Außenwirkung sie die Verkehrslage problematisch. „Gerade für Touristen sind die Taxis oft der erste und letzte Berührungspunkt bei ihrem Besuch in Düsseldorf“, sagt er. „Da sollte nicht der Eindruck von Chaos hängen bleiben.“​

Die Situation habe sich erst mit zunehmender Konkurrenz auf dem Markt so zugespitzt, sagt der Taxi-Ruf-Chef. Die Autos der Genossenschaft Taxi-Düsseldorf waren früher nahezu die einzigen an der Heine-Allee. Mit dem Hinzukommen der Zentralen Rhein-Taxi und Taxi-Ruf sei es auch voller geworden an der Straße.​

Erol Norman plädiert darum für mehr Austausch unter den Zentralen, damit diese gleichberechtigt an Kundschaft kommen. Das ist bislang nämlich sehr unterschiedlich: Bei Rhein-Taxi etwa buchen die meisten Fahrgäste vorab telefonisch oder per App, bei der Taxiinnung und bei der Zentrale Taxi-Ruf lebt das Geschäft größtenteils von Kunden, die spontan ins Taxi einsteigen. Gerade bei denen sind die Plätze am Tor zur Altstadt umkämpft.​

Auch die Polizei mischt in Gesprächen mit der Stadt mit. Denn mit Einsatzfahrzeugen in die Altstadt zu kommen, sei bei der Verkehrslast oft schwierig. Das betreffe die Polizei ebenso wie Feuerwehr und Rettungsdienst. Die wartenden Taxis verschärften die Lage, es kommt mitunter zu Staus, bei denen kein Vor und Zurück möglich ist.​

Zwar brauche es einerseits Taxis, die unkompliziert verfügbar sind, sagt Thorsten Fleiß, Leiter der Polizeiinspektion Mitte. Sonst würden noch mehr Altstadt-Besucher betrunken auf E-Scooter umsteigen. Andererseits sei die Situation für die Einsatzkräfte eine Herausforderung.​

Auch für Autofahrer, die in der Tiefgarage am Grabbeplatz parken, wird das Ein- und Ausfahren an Wochenenden regelmäßig zur Geduldsprobe. Zwar lassen sich Grünphasen der Ampeln verlängern. Das hilft aber nicht, wenn die Kreuzung komplett blockiert ist.​